Samojede aus Bulgarien landet in der Tierrettung auf Zypern

Anfang Dezember 2018 wurden wir von einem Mitbürger kontaktiert, der versucht hat einer ausländischen Familie dabei zu helfen einen Samojeden namens „Bars“ zu vermitteln.
Sie kauften Bars bei einem Züchter in Bulgarien und hatten vereinbart ihn im November 2018 nach Zypern zu überführen. Laut Pass war Bars das letzte mal in Bulgarien beim Tierarzt.
Aufgrund eines Umzugs in eine Wohnung in der Hunde nicht erlaubt waren sollte Bars neu vermittelt werden.
Wir willigten ein Bars zu helfen und arrangierten schon bald eine Pflegestelle für ihn. Sobald die vorherigen Besitzer uns übergeben haben ließen wir bei ihm, wie bei allen unseren Hunden, die Standardtest vom Tierarzt sowie eine komplette Blutuntersuchung (CBC) bei ihm durchführen.
Wir nahmen an, dass er eventuell gesundheitliche Probleme haben könnte, da er extrem untergewichtig und verängstigter gewesen ist als er sein sollte.

Nun lernt Bars in seiner Pflegestelle wie man mit Menschen spielt

Wir gingen davon aus, dass er an einer der gängigen Mittelmeerkrankheiten (Erlichiose oder Anaplasmose) erkrankt war, daher waren wir sehr überrascht als er die Diagnose „Herzwurm“ gestellt bekam.

Diese Krankheit kommt in der Theorie auf Zypern nicht vor, was auch bedeutet dass die Tierkliniken die notwendige Medizin nicht vorrätig hatten, obwohl es wohl ein paar vereinzelte Fälle davon gegeben hat.
Wir wurden hierbei mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert:
Nicht nur dass wir die benötigten Medikamente außerhalb von Zypern besorgen mussten, wir mussten uns auch auf eine kostspielige und lange Behandlung einstellen.

Zum Glück für uns alle und vor allem für Bars war dann die Kontaktaufnahme von Giulia, eine der Administratoren der Facebookgruppe „Passione Samoiedo“, einer italienischen Gruppe aus Samojedenenthusiasten und Bewunderern. Die Gruppe hilft generell Samojeden in Not und unser Fall hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Nachdem wir Guilia über die Geschichte von Bars aufgeklärt hatten erklärte sich die Gruppe bereit eine wirklich großzügige Spende für Bars zu erstatten mit der alle seine Behandlungskosten und ein Jahr der laufenden Kosten übernommen werden konnten. Als kleines Extrageschenk zu Weihnachten bekam er dann noch seine Medizin aus Italien. Mit der Spende, der Medizin und hoffnungsvollen Herzen begannen wir mit der 91 Tage Behandlung von Bars.

Die Behandlung gliedert sich in 3 Phasen.
In den ersten 28 Tage nachdem alle Untersuchungen wie Ultraschall vom Herzen, Bluttest usw. gemacht wurden verabreichten wir ihm Doxycyline als Antibiose.
Dies geschieht um die Auswirkungen durch die abgestorbenen Herzwürmer zu reduzieren und eine weitere Übertragung zu unterbinden. Am dritten Februar bekam er seine Präventivpille gegen neue Ansteckung als zweite Phase der Behandlung. Er bekam außerdem auf anraten unsere Tierarztes noch Canabidiol verabreicht.

An Tag 61 der Behandlung wird Bars seine erste Melarsomin-Spritze bekommen und bleibt dann für 24 Stunden unter besonderer Beobachtung in der Tierklinik. Ab da an wird die Behandlung für Bars und seine Pflegefamilie zur Herausforderung. Bars wird dann für volle 12 Wochen nur noch stark auf seine Hundebox beschränkt seinn und nach der vorletzten Injektion am 90. Tag und der darauffolgenden letzten Injektion 24 Stunden später bekommt er auch eine sehr eingeschränkte Bewegungserlaubnis.

Während wir diesen Text verfassen befindet sich Bars derzeit in der zweiten Phase seiner Behandlung.

Obwohl als Haustier gehalten, mit fragwürdigem Züchterhintergrund und schlechter Gesundheitsverfassung, konnten wir feststellen dass Bars physisch und auch emotional vernachlässigt wurde.

Als erstes fällt einem seine besondere Angst vor lauten Geräuschen und Kindern auf. Immer wenn er ein Kind sieht versteckt er sich hinter seiner Pflegemutter und beginnt zu bellen. Das könnte daran liegen dass in der vorherigen Familie Kinder lebten denen der angemessene Umgang und die richtige Kommunikation mit dem Hund nicht beigebracht wurden.

Am Anfang hatte er Angst vor Allem, aber mit der richtigen behutsamen Führung, die NUR gewaltfreie und positiv bestärkende Trainingsmethoden beinhaltet, fängt er an sich jeden Tag weiter zu öffnen und aufzublühen. Man kann ihn nun sogar streicheln wenn er zu deinen Füßen liegt. Am Anfang war dies undenkbar und er wäre sofort aufgesprungen und weggelaufen.

Bars hat keine Angst mehr angefasst zu werden.

Wenn man sich vorstellt wie lange dieser Hund in einer Familie gelebt hat die einfach nichts über Hunde und ihr Verhalten wusste ist es umso wundervoller zu sehen wie schnell er, trotz seines schwierigen Gesundheitszustands, auf Zuneigung, Liebe und Pflege reagiert und es ihm hilft sein Vertrauen schritt für schritt aufzubauen.
Bars hat so seinen Tick mit dem Anstubbsen. Wenn der Betreuer seine Spaziergänge oder das Essen verzögert dann verfolgt Bars ihn und stubbst ihn an. Wie leider häufiger bei Hunden zu beobachten ist war Bars kein Freund von Männern. Jedenfalls ist diese Verhalten sehr gezielt, er hat kein Problem mit ältere weiße Männer, bekommt jedoch sofort Angst und bellt andere Männern an. Sehr stark ist dies bei dunkelhäutigeren Männern (inklusive weißen Männern mit dunklen Haaren/Augen etc.) zu beobachten.
Im selben Augenblick ist aber jede blonde Frau die er trifft sofort sein bester Freund und er fordert sie umgehend zum spielen auf.
Seitdem Bars zu uns stieß wurde er mit Schnüffelmatten und Kongspielzeug bekannt gemacht. Wir glauben dies wird uns helfen sein Energielevel in den Griff zu bekommen und ihn vor Langeweile während seiner letzten, bewegungsfreien Behandlungsphase schützen. Wir sind uns sicher dass wir mit der Zeit viele lustige Geschichten über Bars zu erzählen haben werden während er weiterhin sicher, ohne Bestrafung und Korrektureingriffe mehr lernen wird.

Bars belohnt einen mit einem großen Lächeln nachdem er ein neues Spielzeug erhalten hat.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist unserer größtes Interesse dass während dem Beginn seiner letzten Behandlungsphase alles geschmeidig ablaufen wird und es zu keinen Komplikationen kommt wenn die toten Herzwürmer seinen Körper verlassen werden

Bitte denkt an Bars und wünscht ihm eine schnelle und vollständige emotionale sowie physische Genesung!

Wir halten euch auf dem Laufenden!